Integriertes Handlungskonzept (IHK) Innenstadt

"Straelen 2022"

Integriertes Handlungskonzept

Ein integriertes Handlungskonzept ist ein Instrument der Städtebauförderung des Bundes und Landes NRW. Ein solches Konzept besteht aus verschiedenen Maßnahmen, die u.a. in den Bereichen Wohnen und Verkehr sowie Aufenthaltsqualität einen städtischen Gestaltungsraum planen und realisieren.

Das "Integrierte Handlungskonzept Straelen 2022" ist in der Sitzung des Rates vom 08.11.2016 beschlossen worden.      Mit dem Integrierten Handlungskonzept verfolgt die Stadt Straelen das Ziel der Erhaltung und Stärkung des Grundzentrums sowie einer nachhaltigen Weiterentwicklung der Stadt. Im Fokus steht dabei, die Stadt Straelen aufzuwerten und als funktionierende niederrheinische Mittelstadt einen vitalen und attraktiven Lebensmittelpunkt für die Einwohner aber auch Besucher zu bilden.

Bürgerbeteiligung

Zu den unverzichtbaren Voraussetzungen bei den meisten Maßnahmen gehört die enge Abstimmung mit den Bürgern. Hierbei sollen mit der aktiven Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger in den Planungs und Entscheidungsprozessen die verschiedenen Maßnahmen des integrierten Handlungskonzepts umgesetzt werden.

Maßnahmen in der Durchführung

  • Umbau der Wallstraßen / Verkehrskonzept
    Wallumbau Südwall

    Die vorhandenen Verkehrsprobleme und die Entwicklung im Einzelhandel erfordern eine Umgestaltung der Wälle. Hier bestehen Schnittstellen und Konfliktpotenziale, beispielsweise des motorisierten Individualverkehrs mit dem Fuß- und Radverkehr. Um Konflikte zu beheben und die Verkehrssicherheit zu verbessern wurde ein umfassendes Konzept zur Umgestaltung der Wälle entworfen. 
    Darüber hinaus sind die an die Wälle angrenzenden Bereiche in dieses Konzept mit einzubeziehen und aufgrund ihrer engen Verflechtungen mit dem historischen Stadtkern auf die Maßnahmen im Innenstadtbereich abzustimmen. Ein weiterer Aspekt ist der Umbau des Johann-Giesberts-Platzes, der Annastraße sowie der Venloer Straße mit dem Ziel, im innenstadtnahen Bereich die Durchfahrtsgeschwindigkeit zu reduzieren und die Strukturen für Fußgänger und Radfahrer zu verbessern.   

Maßnahmen in der Planung

  • Stadtkernsanierung-Umgestaltung Marktplatz
    Straelener Marktplatz

    Der Straelener Marktplatz ist die zentrale Adresse in Straelen und somit ein wichtiger Ort. Durch das Integrierte Handlungskonzept soll der Marktplatz in seiner positiven Ausstrahlung weiterentwickelt und behutsam aufgewertet werden. Wichtig hierbei ist, dass der Platzmittelpunkt des Markplatzes und des überlagerten historischen Grundrisses betont wird. Außerdem soll insbesondere die Barrierefreiheit berücksichtigt werden und ausreichende Möglichkeiten geschaffen werden, Fahrräder abzustellen.

    Basierend auf diesen Grundlagen hatte die Stadt über die Komlog GmbH die Ausschreibung für einen Moderationsprozess auf einer Vergabeplattform Mitte März veröffentlicht. Ende Mai erhielt das Büro StadtRaumKonzept aus Dortmund in Zusammenarbeit mit dem Büro Reicher Haase Assoziierte den Zuschlag.

  • Stadtkernsanierung-Umgestaltung kleiner Markt / Entfernung Betonpilz
    Betonpilz kleiner Markt

    Durch den Abbruch des Betonpilzes soll der kleine Markt von einem Dunkel - und Angstraum zu einem Ort mit Aufenthaltsqualität umstrukturiert werden. 

    Der Abbruch des Betonpilzes am kleinen Markt soll noch im Jahr 2020 realisiert werden.

  • Sanierung / Neubau des Rathauses

    Zu Beginn des Jahres 2017 wurde eine interne, abteilungsübergreifende Projektgruppe gebildet, die sich ausführlich mit dem Thema „Machbarkeitsstudie zur Sanierung / Erweiterung des Rathauses“ auseinandergesetzt hat. Auf Grund der gewonnenen Erkenntnisse während der Projektgruppenarbeit zum Sanierungsumfang sowie der ermittelten bzw. während des Projektes fortgeschriebenen Kosten wurde flankierend eine Kostenschätzung für einen Neubau in Auftrag gegeben. Nach Vorlage der beiden genannten Kostenschätzungen, für die grundhafte Sanierung des Rathauses und für einen etwaigen Neubau (ohne Berücksichtigung der Standortfrage) wurde die DKC Kommunalberatung GmbH aus Düsseldorf beauftragt, auf Grundlage der erstellten Kostenschätzungen einen Realisierungsvariantenvergleich durchzuführen.
    Hintergrund für diese Überlegungen sind die vorliegenden funktionalen und technischen Defizite des Rathauses. Der Raumbedarf wird durch das Bestandsgebäude nicht gedeckt, sodass zurzeit zusätzliche Flächen auf dem Ostwall 34 angemietet werden. Der vorliegende Gebäudebestand ist in wesentlichen Teilen sanierungs- bzw. erneuerungsbedürftig.  Weiter besteht erheblicher Handlungsbedarf in Bezug auf die Serviceoptimierung, die Belange des Datenschutzes und Sicherheitsbelange für die Belegschaft. Eine weitere Zielsetzung ist es, im Rahmen des integrierten Handlungskonzeptes das Rathaus zu „öffnen“ und dieses für die Allgemeinheit zugänglicher zu machen

  • Umstrukturierung Annastraße
    Annastraße Straelen

    Die Umstrukturierung der Annastraße ist von Mai 2021 bis Mai 2022 vorgesehen. Hier soll ein Vollumbau vom Johann-Giesberts-Platz bis zur Gartenstraße vorgenommen werden. Ebenfalls werden die Versorgungsleitungen erneuert. Mit dieser Umstrukturierung wird die Annastraße an das bereits bestehende Verkehrskonzept der Wallstraßen angepasst. Durch einen verkehrsberuhigten Bereich mit einer Tempo 30 Zone wird zudem die Fahrradinfrastruktur verbessert. Auch die Nebenanlagen sollen bis zur Karl-Arnold-Straße ertüchtigt werden.

  • Umstrukturierung Venloer Straße
    Venloer Straße

    Mit der Umstrukturierung der Venloer Straße soll ebenfalls das Ziel erreicht werden, den Radverkehr durch die Verbesserung der Radwegestruktur zu fördern. Außerdem ist eine Neukonzeption der straßenbegleitenden Grünstrukturen (Erhalt und / oder Neupflanzungen) sowie eine eventuelle Anpassung des Straßenquerschnitts zur Verkehrsberuhigung und Schaffung von mehr Wurzelraum zum Erhalt der Gehölze oder für neu anzupflanzende Bäume vorgesehen. 
    Hier ist ein frühzeitiges Beteiligungsverfahren geplant.   

  • Leitsystem / Parkleitsystem
    Parkplatzflyer

    Vor dem Hintergrund der zahlreichen räumlichen und verkehrlichen Maßnahmen des Integrierten Handlungskonzepts ist es wichtig die Orientierung langfristig innerstädtisch zu erleichtern.  Daher ist der Aufbau eines innerstädtischen Leitsystems vorgesehen. Neben der Funktion eines Leitsystems sollen zudem Informationen u.a. zur Sichtbarmachung der historischen Strukturen zur Verfügung gestellt werden. Auch soll die Erarbeitung des Parkleitsystems im Zuge der Konzepterstellung stattfinden.

  • Umgestaltung Schulcampus
    Vorplanung Schulcampus

    Bei der Umgestaltung des Schulcampus ist die Konzipierung des Außenraumes zu einer gestalterischen Einheit, die alle drei Schulen, die bofrost*HALLE und das JuSt miteinander verbindet, vorgesehen. Außerdem wird im Zuge der Planung die Attraktivität des Schulzentrums mit verschiedenen Ausstattungselementen und einheitlichen Materialien gesteigert und so die Orientierung verbessert. Das Schulzentrum soll in Zukunft einen geschützten Raum ohne PKW-Verkehr darstellen. So besteht die Möglichkeit die Mittelachse als neue Fußgängerachse zu gestalten, die nur im Ausnahmefall bei Großveranstaltungen als Zufahrt zu den Schulhöfen als Zusatzparkplätze dient, oder aber zur gelegentlichen Anlieferung und Abfallbeseitigung. Seit Ende 2018 wurden verschiedene Werkstattverfahren zur Bürgerbeteiligung durchgeführt.

  • Umgestaltung Stadtpark
    Stadtgarten Straelen

    Die nicht optimale Randlage des Stadtparks erfordert eine umfassende Betrachtung und eine Gesamtkonzeption, um die gewünschte Qualitätssteigerung erreichen zu können. Mit einer höheren Aufenthaltsqualität sollte auch eine steigende Akzeptanz in der Bevölkerung und damit eine Nutzungsintensivierung einhergehen, insbesondere im Hinblick auf die Schaffung von Mehrgenerationenbereichen sowie der Gestaltung eines Bereiches für Veranstaltungen wie das jährlich stattfindende Sommerkino. Ein weiterer Aspekt ist die Anbindung des Stadtparks an die Innenstadt durch die Schaffung eines adäquaten Zugangs im Westen zur Beethovenstraße / Hadynstraße / Venloer Straße und die neue Grünverbindung zur Hans-Tenhaeff-Straße / Bahnstraße sowie die Anbindung des neuen Wohngebietes an der Großmarktstraße.   

  • Freiraumvernetzung
    Freiraumvernetzung

    Das Ziel der Freiraumvernetzung ist die Aktivierung der ehemaligen Bahntrasse als Grünverbindung durch den Ausbau zu einem ansprechenden Fuß- und Radweg. 

  • Aufwertung Bahnstraße und Hans-Tenhaeff-Straße
    Aufwertung Bahnstraße und Hans Tenhaeff Straße

    Die zwischen dem historischen Stadtkern und dem Gelände der ehemaligen Gemüseversteigerung verlaufende Bahnstraße sowie Hans-Tenhaeff-Straße stellen eine wichtige Verbindungsspange dar. Die Verbindungsfunktion soll durch eine Aufwertung der Fuß- und Radwegeverbindungen zwischen beiden Stadtquartieren sowie einer Reduzierung des Durchgangsverkehrs verbessert werden.


Begleitende Instrumente

  • Privates Hof- und Fassadenprogramm (ausgeschöpft)

    Die entsprechend der kleinteiligen Bebauung gestalteten Fassaden des historisch gewachsenen Stadtkerns machen den Charakter der Straelener Innenstadt aus und geben ihr ein individuelles Gesicht. Das Image der gesamten Stadt wird wesentlich durch die Gestaltung der einzelnen Gebäude und Fassaden der Innenstadt beeinflusst. Ein positives Erscheinungsbild stärkt dabei nicht nur den Eindruck auf Gäste und Touristen in der Stadt Straelen, sondern fördert im unmittelbaren Umfeld das Lebensgefühl in der Nachbarschaft und die Identifikation der einheimischen Bevölkerung mit ihrer Stadt.
    Nicht jedes Gebäude und jede Fassade der Innenstadt trägt heute zu einem positiven Image bei. Deswegen stellt der Fördergeber, das Land Nordrhein-Westfalen, Mittel zur Verfügung, um Eigentümer finanziell sowie beratend zu unterstützen. Denn eine Aufwertung des städtischen Erscheinungsbildes liegt im Interesse aller Menschen, die in Straelen wohnen, arbeiten, einkaufen oder zu Gast sind.
    Deshalb soll das Gebäude- und Fassadenprogramm als Maßnahme in das integrierte Handlungskonzept mit aufgenommen werden. Im definierten Geltungsbereich des integrierten Handlungskonzepts "Innenstadt Straelen 2022" können zukünftig Zuschüsse als Anteilsfinanzierung bei der Stadt beantragt werden.
    Vor allem die privaten Eigentümer spielen bei der Aufwertung des Straelener Stadtbildes eine bedeutende Rolle. Die frühzeitige Einbindung der Eigentümer und die Aufforderung bzw. Einladung zum Mitwirken an der Stadtgestaltung ist deshalb grundlegend für das Gebäude- und Fassadenprogramm und entscheidend für eine wahrnehmbare Aufwertung. Nur so können zeitgemäße, an den Charakter der Straelener Innenstadt angepasste, attraktive Wohnungs- sowie Geschäftsangebote in zentraler Lage geschaffen werden.
    Mit diesem Instrument sollen Investitionsanreize für Private geboten werden. Dabei ist ein flexibler Einsatz der Fördermittel ebenso sinnvoll und möglich wie eine Kopplung an eine Immobilienberatung und an ein Quartiersmanagement.

  • Verfügungsfonds

    Das Instrument Verfügungsfonds bietet Städten und Gemeinden im Rahmen der Städtebauförderung die Möglichkeit, Anreize für ein kooperatives Engagement verschiedener kommunaler Akteure zu schaffen. Mit dem Verfügungsfonds soll das Engagement für die Kommune verstärkt werden, indem die beteiligten Kooperationspartner vor Ort Projekte umsetzen.                                                                                                                                                                                                 Der Fonds finanziert sich i.d.R. zu mindestens 50 Prozent aus privaten Mitteln und wird zu gleichen Teilen aus Mitteln der Städtebauförderung kofinanziert. Das bedeutet: Jeder Euro, der aus privatem Vermögen in den Verfügungsfonds eingezahlt wird, wird mit dem gleichen Beitrag aus dem Etat der Städtebauförderung (Bund, Land, Kommune) bezuschusst.
    Die Entscheidung über die Verwendung der Gelder aus dem Verfügungsfonds liegt bei einem zu gründenden lokalen Gremium. Damit wird örtlichen Akteurszusammenschlüssen die Verwendung der Gelder innerhalb eines definierten Rahmens freigestellt.



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