Rathausneubau

Rathausneubau

Das Rathaus in Straelen aus der Drohnenperspektive.

Im Mai 2021wurde durch den Rat der Stadt Straelen der Neubau des Rathauses beschlossen. Daraufhin wurde ein hochbaulicher und freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb für den Bau durchgeführt. Architekten in Verbindung mit Landschaftsarchitekten durften bis zum 04. März 2022 ihre Bewerbungen abgeben. Aus diesem Bewerberkreis werden im Anschluss bis zu zehn Teilnehmer ausgewählt und erhalten mit fünf vorausgewählten Büros die Wettbewerbsunterlagen. Über 50 renommierte Büros aus Deutschland und zwei Büros aus Spanien hatten sich um die zehn freien Plätze beworben, die für die Teilnahme an dem Wettbewerb zu vergeben waren. Aufgrund des regen Interesses waren die Plätze unter notarieller Aufsicht auszulosen.

Dass ein Neubau des Rathauses unbedingt notwendig ist, war das eindeutige Ergebnis ausführlicher Diskussionen und Abstimmungen zwischen Verwaltung, Politik und entsprechenden Fachleuten, die bereits seit 2016 sehr intensiv geführt wurden.

Rathausbau 1968/69

Das 1969 erbaute Rathaus ist in weiten Teilen sanierungsbedürftig und weist sicherheitsrelevante Mängel auf. Auch Datenschutz kann nicht wie es auch perspektivisch notwendig wäre, gewährleistet werden. Hinzu kommt, dass die Bauweise energetisch als schwierig beurteilt worden ist und den nach heutigem Stand angemessenen Anforderungen nicht mehr entspricht. Aus dem Blickpunkt der Wirtschaftlichkeit gesehen und auf Grundlage einer umfangreichen Nutzwertanalyse, kam nach abschließenden Beratungen eine Sanierung nicht in Frage, sondern nur der Neubau. Diese Einschätzung wurde gemeinschaftlich im sogenannten „Arbeitskreis Rathaus“, bestehend aus Vertretern der Fraktionen und der Verwaltung getroffen.

Hinsichtlich der Finanzierung bietet sich die einmalige Chance, Fördermittel des Landes NRW sowie des Bundes über das „Integrierte Handlungskonzept“ zu generieren. Eine Förderung in Höhe von bis zu 50 Prozent wird so möglich sein. 

Mit dem Neubau werden Stadt und Politik neben der Beseitigung der genannten Schwachpunkte außerdem das wichtige Ziel umsetzen, das Rathaus stärker für die Bürgerinnen und Bürger zu öffnen und mehr Transparenz zu schaffen. So ist es geplant, multifunktional nutzbare Räume einzurichten, die Vereinen und Verbänden auch außerhalb der Öffnungszeiten zur Verfügung stehen.

Rathaus 1969 - 2024

Nachhaltigkeit und klimagerechtes Bauen stehen im Fokus der Planung. Insgesamt soll  aufgrund einer effizienteren Raumaufteilung die Gesamtfläche des Neubaus im Vergleich zum bisherigen Gebäude reduziert werden. Gleichzeig findet eine größere Zahl an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Platz, sodass auch Abteilungen wie das aktuell an den Ostwall ausgelagerte Gebäudemanagement integriert werden können. So werden Mietkosten eingespart. Die Gesamtzahl der zur Verfügung stehenden Parkplätze bleibt erhalten. Dies ist eine der Vorgaben im Rahmen des Wettbewerbs.

Zur geführten Diskussion gehörte auch die Entscheidung über den Standort. Aufgrund der größtmöglichen Gestaltungsfreiheit sowie der Option, dass auch aktuelle Bestandteile des alten Gebäudes in den neuen Architektenentwurf durchaus miteinfließen und mitgenutzt werden könnten, wurde der derzeitige Standort als optimal bestätigt.

Neubau des Rathauses geht in die nächste Runde

Preisträger steht fest: Preisgericht zeichnet einstimmig den Gewinnerentwurf zum Neubau des Straelener Rathauses aus

Es war keine einfache Aufgabe für das Preisgericht. Fünfzehn Architekturbüros waren aus über fünfzig Bewerbenden ausgewählt worden, im Rahmen eines Architektenwettbewerbs, Pläne für den Neubau eines Rathauses in Straelen zu entwerfen. Dreizehn Arbeiten wurden bei dem von der Stadt beauftragten Wettbewerbsmanager abgegeben.

Alle Beiträge wurden mit einer sogenannte Tarnnummer versehen, so dass die Jury aus Fachleuten, der Politik und dem Bürgermeister am 14. September über Pläne zu befinden hatte, deren Verfasserinnen und Verfasser allen unbekannt waren. Das Ergebnis fiel einstimmig aus: Als in besonderem Maße gelungen bezeichnete das Preisgericht den Entwurf mit der Tarnnummer 1035.

Blick vom Südwall auf das neue Rathaus.©Michael van Ooyen Freie Architekten / Visualisierung: loomn architekturkommunikation

Die Konstruktion des heutigen Verwaltungstrakts bleibt erhalten. Die bestehende Bausubstanz bildet mit baulichen Ergänzungen einen kompakten und prägnanten Baukörper, der der Linie des historischen Wallringes an der Straße des Ostwalls folgt und einen differenzierten Hintergrund für einen Vorplatz zur Altstadt entstehen lässt. Die Jury hob hervor, dass sich dabei die Neubauteile in Form und Gestaltung an die Straelener Maßstäblichkeit anpassen, der Außenbereich und der Parkplatz eine hohe Aufwertung erfahren. Gleichzeitig soll ein sehr präsentes, einem Rathaus angemessenes Bauwerk an prominenter Stelle neu erstehen.

Erst am Ende der Preisgerichtssitzung als alle teilnehmenden Büros namentlich vorgestellt wurden, erfuhr das Preisgericht, dass der Entwurf mit der Tarnnummer 1035 vom Straelener Architekten Michael van Ooyen in Zusammenarbeit mit club L94 Landschaftsarchitekten GmbH erarbeitet worden war.

Lageplan Erdgeschoss.©Michael van Ooyen Freie Architekten / Visualisierung: loomn architekturkommunikation

Schon zu Beginn der Sitzung des Preisgerichts wurde allen Entwürfen eine außerordentliche Qualität sowohl hinsichtlich der Architektur als auch des Städtebaus und der Freiraumplanung zugestanden. Wie gut die Planungen tatsächlich sind, war an der Zeit erkennbar, die die Jury für die Beratungen benötigte. Erst nach fast sechs Stunden konnte sich das Preisgericht dazu durchringen, einige Arbeiten nicht in die engere Wahl zu nehmen. Und erst nach zwei weiteren Stunden standen die Preisträger fest.

Das erklärte Ziel, ein Rathaus für die Straelener Bürgerschaft zu bauen, wird mit dem erstplatzierten Entwurf erreicht. Besucherinnen und Besucher werden empfangen, abgeholt und mitgenommen, gleich aus welcher Richtung man das neue Rathaus betritt. Denn auch der heutige Hinterausgang zum Parkplatz erfährt die dringend nötige Aufwertung.

Impression Innenansicht.©Michael van Ooyen Freie Architekten / Visualisierung: loomn architekturkommunikation

Die Besucherinnen und Besucher betreten das Rathaus durch einen der Eingänge und gelangen in eine großzügige, lebendige Erschließungshalle, die sich zwischen dem ehemaligen Verwaltungsbau und einem vorgelagerten Neubau aufspannt. Die Form der Erschließung mit dem neu eingestellten Aufzug und der zentralen Erreichbarkeit des Treppenhauses lässt eine schnelle Orientierung erwarten. Die Idee wurde vom Preisgericht als einfach, konzeptionell sehr schlüssig und von hoher innenräumlichen Qualität bezeichnet.

Auch mehr Öffentlichkeit kann im neuen Gebäude stattfinden. Es ist vorgesehen, die Sitzungs- und Besprechungsräum sowie das Foyer für Veranstaltungen und Besprechungen von Vereinen und Verbänden zur Verfügung zu stellen.

Das Preisgericht setzte sich zusammen aus sechs Fachpreisrichtern und fünf Sachpreisrichtern. Die Fachpreisrichter waren Professor Dr. Volker Droste; Architekt, Oldenburg (Vorsitzender); Professor Dr. Matthias Kathmann, Architekt, Minden; Professor Dipl.-Ing. Christl Drey, Architektin, Köln; Professor Eike Harant, Architekt, Hamburg, Professor Jürgen Arendt, Architekt, Oldenburg; Herr Jens Bendfeldt, Landschaftsarchitekt, Kiel.

Als stimmberechtigte Sachpreisrichter fungierten Bürgermeister Bernd Kuse; Johannes Zanders, CDU; Hans-Hermann Terkatz, Bündnis 90 / Die Grünen; Herr Dietmar Boysen, SPD; Herr Johannes Pieper, FDP. Darüber hinaus waren aus den Fraktionen und der Verwaltung weitere stellvertretende Mitglieder anwesend, die sich an der Diskussion beteiligen durften jedoch nicht an der Abstimmung.

Die Aufgabe des Wettbewerbsmanagements hatte die DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH, Bremen, übernommen.


 

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