Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Preisträger steht fest: Preisgericht zeichnet einstimmig den Gewinnerentwurf zum Neubau des Straelener Rathauses aus

Es war keine einfache Aufgabe für das Preisgericht. Fünfzehn Architekturbüros waren aus über fünfzig Bewerbenden ausgewählt worden, im Rahmen eines Architektenwettbewerbs, Pläne für den Neubau eines Rathauses in Straelen zu entwerfen. Dreizehn Arbeiten wurden bei dem von der Stadt beauftragten Wettbewerbsmanager abgegeben. 

Alle Beiträge wurden mit einer sogenannte Tarnnummer versehen, so dass die Jury aus Fachleuten, der Politik und dem Bürgermeister am 14. September über Pläne zu befinden hatte, deren Verfasserinnen und Verfasser allen unbekannt waren. Das Ergebnis fiel einstimmig aus: Als in besonderem Maße gelungen bezeichnete das Preisgericht den Entwurf mit der Tarnnummer 1035.

Lageplan ErdgeschossBildrechte: ©Michael van Ooyen Freie Architekten / Visualisierung: loomn architekturkommunikation 

Die Konstruktion des heutigen Verwaltungstrakts bleibt erhalten. Die bestehende Bausubstanz bildet mit baulichen Ergänzungen einen kompakten und prägnanten Baukörper, der der Linie des historischen Wallringes an der Straße des Ostwalls folgt und einen differenzierten Hintergrund für einen Vorplatz zur Altstadt entstehen lässt. Die Jury hob hervor, dass sich dabei die Neubauteile in Form und Gestaltung an die Straelener Maßstäblichkeit anpassen, der Außenbereich und der Parkplatz eine hohe Aufwertung erfahren. Gleichzeitig soll ein sehr präsentes, einem Rathaus angemessenes Bauwerk an prominenter Stelle neu erstehen.


Erst am Ende der Preisgerichtssitzung als alle teilnehmenden Büros namentlich vorgestellt wurden, erfuhr das Preisgericht, dass der Entwurf mit der Tarnnummer 1035 vom Straelener Architekten Michael van Ooyen in Zusammenarbeit mit club L94 Landschaftsarchitekten GmbH erarbeitet worden war. 

Schon zu Beginn der Sitzung des Preisgerichts wurde allen Entwürfen eine außerordentliche Qualität sowohl hinsichtlich der Architektur als auch des Städtebaus und der Freiraumplanung zugestanden. Wie gut die Planungen tatsächlich sind, war an der Zeit erkennbar, die die Jury für die Beratungen benötigte. Erst nach fast sechs Stunden konnte sich das Preisgericht dazu durchringen, einige Arbeiten nicht in die engere Wahl zu nehmen. Und erst nach zwei weiteren Stunden standen die Preisträger fest. 

Das erklärte Ziel, ein Rathaus für die Straelener Bürgerschaft zu bauen, wird mit dem erstplatzierten Entwurf erreicht. Besucherinnen und Besucher werden empfangen, abgeholt und mitgenommen, gleich aus welcher Richtung man das neue Rathaus betritt. Denn auch der heutige Hinterausgang zum Parkplatz erfährt die dringend nötige Aufwertung. 

Impessionen Innenansicht. Bildrechte: ©Michael van Ooyen Freie Architekten / Visualisierung: loomn architekturkommunikation 

Die Besucherinnen und Besucher betreten das Rathaus durch einen der Eingänge und gelangen in eine großzügige, lebendige Erschließungshalle, die sich zwischen dem ehemaligen Verwaltungsbau und einem vorgelagerten Neubau aufspannt. Die Form der Erschließung mit dem neu eingestellten Aufzug und der zentralen Erreichbarkeit des Treppenhauses lässt eine schnelle Orientierung erwarten. Die Idee wurde vom Preisgericht als einfach, konzeptionell sehr schlüssig und von hoher innenräumlichen Qualität bezeichnet. Auch mehr Öffentlichkeit kann im neuen Gebäude stattfinden. Es ist vorgesehen, die Sitzungs- und Besprechungsräume sowie das Foyer für Veranstaltungen und Besprechungen von Vereinen und Verbänden zur Verfügung zu stellen.

Das Preisgericht setzte sich zusammen aus sechs Fachpreisrichtern und fünf Sachpreisrichtern. Die Fachpreisrichter waren Professor Dr. Volker Droste; Architekt, Oldenburg (Vorsitzender); Professor Dr. Matthias Kathmann, Architekt, Minden; Professor Dipl.-Ing. Christl Drey, Architektin, Köln; Professor Eike Harant, Architekt, Hamburg, Professor Jürgen Arendt, Architekt, Oldenburg; Herr Jens Bendfeldt, Landschaftsarchitekt, Kiel.

Als stimmberechtigte Sachpreisrichter fungierten Bürgermeister Bernd Kuse; Johannes Zanders, CDU; Hans-Hermann Terkatz, Bündnis 90 / Die Grünen; Herr Dietmar Boysen, SPD; Herr Johannes Pieper, FDP. Darüber hinaus waren aus den Fraktionen und der Verwaltung weitere stellvertretende Mitglieder anwesend, die sich an der Diskussion beteiligen durften jedoch nicht an der Abstimmung. 

Die Aufgabe des Wettbewerbsmanagements hatte die DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH, Bremen, übernommen.

Die Entwurfspräsentationen zum Realisierungswettbewerb „Neubau Rathaus“ sind hier einsehbar.