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12 Wochen Schulschließung in NRW – Die Sekundarschule Straelen wagt einen Rückblick

Meldung vom: 15.06.2020
BU: Moodle-Hotline der Sekundarschule Straelen: Hans-Hermann Terkatz und Ben Hantke (v.l.n.r.).Bildrechte: Sekundarschule Straelen

Ein in der nordrhein-westfälischen Landesgeschichte einmaliger Vorgang trat am 16. März 2020 in Kraft: seitdem ruht der Unterricht an den weiterführenden Schulen in NRW. Die Sekundarschule Straelen wagt einen Rückblick auf 12 bewegte Wochen.
Irgendwie hatte man ja ab Anfang März damit gerechnet, dass auch die Schulen in NRW irgendwann ihren Schulbetrieb einstellen würden, waren doch europäische Nachbarländer wie Dänemark, Frankreich, Belgien oder Italien diesen Schritt schon gegangen. Daher hatte die Schulleitung der Sekundarschule in Straelen schon im Vorfeld Überlegungen zu der zu erwartenden unterrichtsfreien Zeit bis zu den Osterferien angestellt. Zentrale Frage bei diesen Überlegungen war stets, wie es die Schule schaffen kann, den Kontakt zu ihren Schülerinnen und Schülern zu halten.
Die Sekundarschule Straelen ist schon seit mehreren Jahren im Bereich der Lernplattform Moodle unterwegs, einer kostenlosen Open-Source-Anwendung aus dem Internet, die von über 174 Millionen Menschen weltweit, vor allem im Bildungssektor, verwendet wird. Die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Straelen werden ab dem ersten Schultag auf der Schule in dieses System eingewiesen, es ist immer wieder fester Bestandteil des Unterrichts. So viel die Entscheidung auch nicht schwer, Moodle in das Zentrum des Homeschoolings der Sekundarschule Straelen zu stellen.
Mit den Lehrern Hans-Hermann Terkatz und Ben Hantke verfügt die Sekundarschule Straelen über zwei Experten in Sachen Moodle. Sie haben die Umstellung des Unterrichts auf Moodle technisch geplant und umgesetzt. Zudem stellten die beiden Lehrer die Moodle-Hotline der Sekundarschule Straelen auf die Beine, die seit dem 16. März 2020 bis heute jeden Tag für vier Stunden, auch in den Ferien, besetzt war und über Telefon und Email erreichbar war.
Zwei Probleme taten sich nun auf. Zum einen war dies, dass nicht alle Schülerinnen und Schüler, vor allem mit Fluchthintergrund und Jugendliche aus Wohngruppen, über hinzureichende Technik verfügten. Hier konnte die Sekundarschule Straelen unbürokratisch und schnell mit iPads zur Ausleihe aushelfen. Auch das zweite Problem, dass nicht alle Schülerinnen und Schüler über einen schnellen Zugang zum Internet verfügen, wurde gelöst. Alle Schülerinnen und Schüler verfügen über Zugangsdaten zum Schul-WLAN, das auch auf dem Schulhof funktioniert. Somit bestand für alle die Gelegenheit, sich die Aufgaben zum Homeschooling herunterzuladen, sie offline zu bearbeiten und die Arbeitsergebnisse an die Lehrerinnen und Lehrer der Sekundarschule Straelen zurückzuschicken. Schulleiter Richter dankt der Stadt Straelen, die als Schulträger dies durch das Ausrüsten der Schulen mit moderner Kommunikationstechnik ermöglicht hat: „Da sind wir hier in Straelen anderen Schulen in anderen Kommunen weit voraus.".
Rückblickend auf drei Monate Homeschooling fasst Richter sein Fazit zusammen: „Das war eine spannende Zeit. Niemand war wirklich auf eine solche Situation vorbereitet. Aufgrund der Begebenheiten an der Sekundarschule Straelen, viel Eigeninitiative und Engagement unserer Kolleginnen und Kollegen waren wir aber in der Lage, unsere Schülerinnen und Schüler von Anfang an zu betreuen und den Kontakt zu ihnen aufrecht zu erhalten. So konnten wir auch unsere Abschlussprüfungen in Klasse 10 mit gewohnt großem Erfolg durchführen. Mein Dank gilt allen Beteiligten."
Zurzeit ist die Schulleitung der Sekundarschule Straelen mitten in den Planungen für das neue Schuljahr. Das Team der Sekundarschule Straelen wünscht sich vor allem frühzeitige Informationen und Leitlinien des Schulministeriums, die eine für Lehrer, Schüler und Eltern verlässliche Planung zulassen.