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Abwasserentsorgung in nicht kanalisierten Außenbereichen

Gemäß § 53 Landeswassergesetz (LWG) sind die Städte und Gemeinden verpflichtet, das auf ihrem Gebiet anfallende Abwasser zu beseitigen. Die Abwasserbeseitigungspflicht gilt auch für Bereiche, in denen das Abwasser nicht der städtischen Kanalisation zugeführt werden kann.

Das Gebiet der Stadt Straelen ist flächenmäßig sehr ausgedehnt, so dass die Verlegung einer Kanalisation bis zu den einzeln gelegenen Höfen und Häusern wirtschaftlich nicht vertretbar ist. Aus diesem Grunde werden die nicht kanalisierten Gebiete über einen sog. "rollenden Kanal" abwassertechnisch entsorgt. Dies geschieht durch ein von der Stadt beauftragtes Unternehmen. Insbesondere werden Kleinkläranlagen und abflusslose Gruben abgefahren. Die Wartung und Unterhaltung der verschiedenen Anlagen obliegt dem jeweiligen Grundstückseigentümer.

Im Folgenden erhalten Sie weitere Informationen zu den verschiedenen Arten der Abwasserbehandlung und Abwasserbeseitigung. Außerdem geben wir Ihnen Erklärungen zu den verschiedenen Fachbegriffen des Abwasserbereiches.

Kleinkläranlagen (KKA)

Die Errichtung einer Kleinkläranlage ist bei der Unteren Wasserbehörde zu beantragen, da dies genehmigungspflichtig ist. Die Anträge sind über die Stadt Straelen an den Kreis Kleve zu richten. Eine Beratung über die Einzelheiten zur Errichtung einer Kleinkläranlage wird von Herrn Thomas Linßen durchgeführt.

In Kleinkläranlagen werden die Abwässer behandelt und über Verrieselungsstränge in den Untergrund versickert. Die festen Stoffe aus dem Absatzbecken werden mindestens einmal im Jahr abgefahren. Bei den bisherigen Kleinkläranlagen handelt es sich um Anlagen im sog. Drei-Kammer-System. Diese Art der Kleinkläranlagen werden jedoch von der Unteren Wasserbehörde ab 2003 nicht mehr genehmigt.

Bei den neuen gesetzlich geforderten Kleinkläranlagen handelt es sich um folgende Anlagen:

  • vollbiologische Kleinkläranlagen
  • Tropfkörperanlagen
  • Pflanzenkläranlagen

Vom Gesetzgeber wird für die o.a. Anlagen ein Nachweis über einen abgeschlossenen Wartungsvertrag gefordert, der den ordnungsgemäßen Betrieb und die Wartung der Kleinkläranlage entsprechend den Regeln in DIN 4261 oder der jeweiligen Bauartzulassung sicherstellt.

Abflusslose Gruben

Bei den sog. abflusslosen Gruben werden die Abwässer in wasserdichten Gruben aufgefangen und in regelmäßigen Abständen, je nach Bedarf, abgefahren.

Kleineinleiter

Als Kleineinleiter werden die Landwirte bezeichnet, die zur Zeit noch Fäkalien aus der Tierhaltung mit den aus dem Haushalt anfallenden Abwässern in einem bestimmten Verhältnis mischen dürfen. Für diese Abwasserbeseitigung wird eine Gebühr für jede gemeldete Person als Abwassergebühr festgesetzt.

Nach einem Erlass des Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MUNLV) ist die Abwasserbeseitigung aus landwirtschaftlichen Betrieben im Wege der Einleitung von häuslichem Abwasser in Gülle- bzw. Jauchebehälter und anschließender landbaulicher Verwertung nicht konform mit geltendem EG-Recht. Eine Einleitung aus gemeindlichen Gebieten mit weniger als 2000 Einwohnerwerten darf ab dem 1. Januar 2006 nur erfolgen, wenn durch ein Verfahren oder Entsorgungssystem sichergestellt wird, dass die aufnehmenden Gewässer den maßgeblichen Qualitätszielen sowie den Bestimmungen dieser Verordnung und anderen einschlägigen Richtlinien der Gemeinschaft entsprechen.

In Zukunft muss Folgendes beachtet werden:

Das Vermischen von unbehandelten häuslichen Abwässern mit Gülle und das Aufbringen dieses Gemisches entspricht keiner gemeinwohlverträglichen Abwasserbeseitigung im Sinne der o.a. wasserrechtlichen Vorgaben.

Bei bestehenden Einleitungen in die Gülle werden den Nutzungsberechtigten der Grundstücke für Maßnahmen einer ordnungsgemäßen Abwasserbeseitigung angemessene Übergangsfristen eingeräumt. Das bedeutet für diese landwirtschaftlichen Betriebe ab dem 1. Januar 2006, dass sie für die im Haushalt anfallenden Abwässer eine Kleinkläranlage errichten müssen, die mindestens eine Vorbehandlung des Abwassers in einer Mehrkammerabsetz- oder Ausfaulgrube oder einer gleichwertigen Anlage sicherstellt.

Abfuhren können auch direkt bei der Firma Schönmackers, Herrn Lipp, 0 21 61 / 60 92 705 angemeldet werden.