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Lebensfreude vermitteln im ehemaligen Jugendcafé „Vermittlung“

Meldung vom: 09.01.2018
Uwe Bons von der Straelener Wirtschaftsförderung gratulierte Jan van de Stay und seinem Team zum Einzug in die neuen Räumlichkeiten.

Jan van de Stay hat den Sprung in die Selbständigkeit gewagt. Der 34-jährige Straelener hat im vergangenen Jahr das ehemalige Jugendcafé „Vermittlung" von der Stadt Straelen gekauft und mit Hilfe seiner Familie in Eigenarbeit umgebaut. Nun befindet sich auf der Bahnstraße, im einstigen Gebäude des Fernmeldeamtes, eine hochmoderne Praxis für Ergotherapie. Außer den hohen Decken und der großzügigen Raumgestaltung erinnert nichts mehr an die ursprüngliche Nutzung der Räume. Dafür haben sie heute eine ganz neue Bedeutung bekommen. Nach dem Umzug der Praxis vom Westwall an die Bahnstraße wird hier ein neues Lebensgefühl „vermittelt". So bleibt doch noch etwas von dem „Alten" erhalten. Dazu gehört auch die Kletterwand, an der geübt werden kann. Eine Werkstatt mit einer kindgerechten Werkbank und Werkzeug gehört ebenso zur Ausstattung, wie absenkbare Tische für die ergonomische Therapie. „Ergotherapie bedeutet Mobilisation. Viele Menschen haben nach einem Schlaganfall Probleme, ihre Bewegungen zu koordinieren. Kinder können nicht gut schreiben, weil sie kein Gefühl für den Stift haben. Ebenso gehört das Prothesentraining, oder die Handtherapie, nach einer Handoperation, dazu. Kinder kommen mit Lese- oder Rechtschreibschwäche, Diskalkulie oder ADHS, dem Aufmerksamkeitsschwäche-Syndrom" zu uns, erläutert Jan van de Stay. "Ihnen helfen wir, die Symptome zu mindern oder im besten Fall zu beheben. Jetzt bieten wir noch ein Neuro-Feedback an. Wir vermitteln ihnen wieder Lebensfreude. Die Patienten sind von 1 bis 99 Jahre alt", berichtet er.
Jan van de Stay gehört zu den wenigen Therapeuten, die Ergotherapie studiert haben. „Ich habe in Heerlen/Niederlande, in der Nähe von Aachen, an der Universität mein Studium absolviert. Danach war ich in verschiedenen Praxen, um dort Erfahrungen zu sammeln. Nun war es an der Zeit, auf eigenen Füßen zu stehen. Dazu habe ich die Praxis meiner Mutter, Emilie, übernommen" erzählt er. Das Team hat sechs Beschäftigte, die in der Praxis oder mobil die Patienten betreuen. Sie therapieren in Kindertagesstätten, Altenheimen, Behindertenwerkstätten oder auch zu Hause. In seiner knapp bemessenen Freizeit geht er einem Familienhobby nach: segeln.